Skat: Spielanleitung
Skat ist ein Kartenspiel, das mit 32 Karten und 3 Spielern gespielt wird. Zu Beginn erhält jeder Spieler 10 Karten, die verbleibenden 2 werden als Skat (Talon) verdeckt auf den Spieltisch gelegt.
Die erste Spielphase besteht aus einer Versteigerung (dem so genannten Reizen), um den Alleinspieler zu ermitteln, welcher gegen die beiden anderen Spieler antritt. Eine Partie Online-Skat besteht aus einem einzigen Spiel. Die zur Anwendung kommenden Regeln entsprechen den Regeln der internationalen Skatordnung in der Fassung November 2012.
Spieloptionen
Bei Skat stehen 2 Spielregeln zur Auswahl, die Turnier- oder Duell-Regeln.
Beim Skat-Spiel nach den Duell-Regeln, tritt der Spielcomputer als 3. Spieler an; er übernimmt immer die Rolle des 2. Gegners. Bei der Gewinnabrechnung wird der Computer allerdings nicht berücksichtigt.
Entscheiden Sie sich für die Turnierregeln, so spielen Sie gegen 2 reale Mitspieler.
Skatregeln
Skat ist ein Kartenspiel für mindestens 3 Spieler. Bei unserem Online-Skat kann die 3. Spielposition vom Spielcomputer eingenommen werden.
Zu Beginn jeder Runde wird mittels Reizen ein Alleinspieler ermittelt, der gegen seine 2 Mitspieler spielt (mehr zu dieser ersten Spielphase weiter unten).
Ziel des Spiels ist es, zunächst möglichst geschickt zu Taktieren, um die Rolle des Alleinspielers zu übernehmen. Ist dies gelungen, gilt es als Alleinspielermöglichst viele Stiche bzw. Punkte zu erreichen (es sei denn, es handelt sich um ein Nullspiel). Die Aufgabe der Gegner wiederum besteht darin, die Pläne des Alleinspielers möglichst zu durchkreuzen. Gewinner der Partie ist entweder der Alleinspieler oder das gegnerische Spielpaar.
Spielkarten
Skat wird mit 32 Spielkarten in 4 Farben gespielt. Jede Karte besitzt einen bestimmten Zählwert, sowie jeder Farbe ein gewisser Rang zugewiesen wird. Die 32 Spielkarten ergeben einen Gesamtwert von 120 Augen. Die Zählwerte sehen folgendermaßen aus:
| Ass | 11 Augen |
| Zehner | 10 Augen |
| König | 4 Augen |
| Dame | 3 Augen |
| Bube | 2 Augen |
| Neuner, Achter, Siebener | 0 Augen |
Die Rangfolge der Farben ist:
| Kreuz | höchste Farbe |
| Pik | |
| Herz | |
| Karo | niedrigste Farbe |
Rangfolge der Karten
Die höchsten Karten bei Skat sind die Buben in der Farbfolge Kreuz, Pik, Herz, Karo. Im Farbspiel gilt zusätzlich immer eine Farbe als Trumpffarbe, was 11 Trumpfkarten ergibt (4 Buben und 7 Farbkarten). Wenn z.B. Herz Trumpf ist, lautet die Trumpffolge: Kreuz Bube – Pik Bube – Herz Bube – Karo Bube – Herz Ass – Herz 10 – Herz König – Herz Dame – Herz 9 – Herz 8 – Herz 7
In Grandspielen gelten nur die 4 Buben in der oben beschriebenen Farb-Rangfolge als Trumpf.
Bei Nullspielen gibt es keine Trümpfe, die Buben werden als "normale" Farbkarten gespielt und in der Kartenfolge zwischen Dame und Zehner eingeordnet; d.h. die Rangfolge in Nullspielen lautet: Ass – König – Dame – Bube – 10 – 9 – 8 – 7.
Spitzen
Als Spitzen werden Trümpfe in ununterbrochener Reihenfolge vom Kreuz Buben beginnend bezeichnet. Ein Kartenblatt mit allen 4 Buben plus der Trumpf-Ass enthält z.B. 5 Spitzen. Die Anzahl der Spitzen ist lediglich für den Alleinspieler relevant, der nach Aufnahme des Skat ermittelt, mit wie vielen Spitzen er spielt.Im dargelegten Beispiel spielt er also mit 5 Spitzen. Genauso kann der Alleinspieler aber auch ohne Spitzen spielen. Dazu stellt man sich eine geschlossene Reihenfolge fehlender Spitzen vor und ermittelt dann die Anzahl der nicht vorhandenen Spitzen. Wenn das Skatblatt z.B. keinen Kreuz-Buben und keinen Pik-Buben enthält, wird ohne 2 Spitzen gespielt.
In Farbspielen gibt es 11 Spitzen (vier Buben und 7 Trumpf-Farbkarten). Es kann mit oder ohne 11 Spitzen gespielt werden.
Grandspiele sind höchstens mit oder ohne 4 Spitzen möglich.
In Nullspielen gibt es keine Spitzen.
Spielverlauf
Spielbeginn
Jeder Spieler erhält 10 Karten. 2 Karten werden verdeckt abgelegt und bilden den Skat. Der Spieler, der als Erster Spielkarten erhält, wird als Vorhand bezeichnet und ist durch eine grüne Fahne gekennzeichnet. Ihm zur Linken befindet sich die Mittelhand, der dritte Spieler ist die Hinterhand.
Der Vorhandspieler hat als Erster die Möglichkeit, die Reizangebote seiner Gegner entgegenzunehmen. Er spielt auch immer als Erster aus, egal wer das Reizen für sich entscheidet.
Reizen
Das Reizen ist die erste Spielphase und dient dazu, den Alleinspieler zu ermitteln. Gereizt wird immer zwischen 2 Spielern.
Als Erste nennt die Mittelhand der Vorhand ihr Angebot. Zum Beispiel: Sie sagt „Passe“ oder „18“ (niedrigst mögliche Ansage). Die Vorhand antwortet mit „Passe“ oder „Ja“, d.h. sie hält diesen Wert. Die Mittelhand kann nun „20“ sagen, dann „22“, usw. Sie bietet also immer höhere Spielwerte bis die Vorhand passt, oder bis sie selbst nicht mehr höher ansagen möchte und „Passe“ wählt. Sobald einer der beiden Spieler passt, greift die Hinterhand ein, indem sie einen höheren Reizwert nennt oder auch passt. Falls weder die Mittelhand noch die Hinterhand einen Punktewert ansagen will, kann die Vorhand entscheiden, ob die Runde abgebrochen wird, oder ob sie selbst 18 oder mehr bietet.
Der Mindestreizwert ist 18. Weiter geht es mit 20, 22, 23, 24, 27 etc. Reizwerte sind nur gültig, wenn sie auch mögliche Spielwerte sind. Der Spieler, der das Reizen gewinnt, steht als Alleinspieler fest und muss eine Spielansage machen.
Überreizen
Im Allgemeinen liegt ein überreiztes Spiel dann vor, wenn der Alleinspieler einen Spielwert festgesetzt hat, den er nicht erreichen konnte. In diesem Fall wird das Spiel für den Alleinspieler als verloren gewertet.
Erreicht der Einzelspieler beim Handspiel nicht den angesagten oder gehaltenen Reizwert, weil ein wichtiger Trumpf im Skat verbleibt, hat er überreizt. Sein Spiel gilt auch dann als verloren, wenn seine Stiche mehr als 60 Augenzahlen zeigen.
Spielansage
Bei der Spielansage wird unterschieden zwischen Spielen mit Skat (Skatspiele = Klasse I) und Spielen ohne Skat (Handspiele = Klasse II). Für Skatspiele nimmt der Alleinspieler den Skat auf, legt 2 beliebige Karten aus seinem Blatt verdeckt ab und sagt dann sein Spiel an. Bei Handspielen wird ohne Skataufnahme angesagt und gespielt. Dadurch wird das Spiel zwar erschwert, aber der Ansager kann damit einen höheren Spielwert erreichen.
HINWEIS: Die Augen der verdeckt liegenden Karten werden bei der Abrechnung der Stiche zugunsten des Alleinspielers gewertet.
Folgende Spielformen können sowohl als Skat- als auch als Handspiele angesagt werden:
Farbspiel: Dieses ist die häufigste Spielform beim Skat. Es gibt 11 Trümpfe, nämlich die 4 Buben plus die restlichen Karten der jeweils angesagte Trumpffarbe.
Grandspiel: Im Gegensatz zum Farbspiel, gibt es hier nur 4 Trümpfe, nämlich alle 4 Buben.
Nullspiel: Anders als bei den bereits beschriebenen Spielformen, gilt es, im Nullspiel keinen einzigen Stich zu machen. Zudem gibt es keine Gewinnstufen sondern fixe Spielwerte. Es gilt eine eigene Rangfolge der Karten - Ass, König, Dame, Bube, 10, 9, 8, 7 - und es gibt keine Trümpfe. In den Sonderformen Nullouvert bzw. Null ouvert-Hand muss der Alleinspieler seine zehn Karten offen auf den Tisch legen, noch bevor die Vorhand ihre 1. Karte ausspielt.
Spiel
Nachdem der Alleinspieler seine Spielansage gemacht hat, spielt immer die Vorhand aus. Im Uhrzeigersinn legen die anderen Spieler je 1 Karte ab. Wird eine normale Farbkarte ausgespielt, muss sie von den Mitspielern bedient, jedoch nicht getrumpft werden. D.h. die beiden Mitspieler müssen nach Möglichkeiteine Karte in der ausgespielten Farbe zugeben. Wird jedoch Trumpf ausgespielt, dann muss auch mit Trumpf bedient werden. Der Spieler, der den Stich macht, spielt als Nächster aus.
Stechen
Für einen Stich muss jeder Spieler eine Karte in der Tischmitte ablegen. Grundsätzlich gilt, dass die höchste Karte den Stich macht. Trumpfkarten haben immer einen höheren Wert als normale Farbkarten. Innerhalb der Trumpfkarten sticht immer der höchste Trumpf. Als erzielter Stich gilt ebenfalls, wenn ein Spieler eine Farbe ausspielt, die weder bedient noch gestochen wird, und wenn ein Spieler Trumpf ausspielt, von seinen Mitspielern aber nur Farbkarten erhält.
Aufgeben
Der Button "Aufgeben" erscheint sobald es möglich ist freiwillig aus dem Spiel auszuscheiden. Grundsätzlich können Spieler nur dann aufgeben, wenn sie gerade an der Reihe sind. Der Spieler, der die Ansage getätigt hat, hat keine Einschränkungen und kann jedesmal, wenn er an der Reihe ist, aufgeben. Alle übrigen Spieler können erst aufgeben, wenn die Karten des Ansagers offen sind.
Die Spielrunde ist beendet, wenn alle Mitspieler ihre 10 Karten gespielt haben.
Punkte
Spiel- und Grundwerte der Spielformen
Nullspiel: Ein Nullspiel bringt dem Alleinspieler Gewinnpunkte, wenn dieser keinen einzigen Stich macht. Für Nullspiele gibt es folgende fixe Spielwerte:
| Null | 23 |
| Null Hand | 35 |
| Null ouvert | 46 |
| Null ouvert Hand | 59 |
Farb- oder Grandspiele: Es sind mindestens 61 Augen notwendig, um ein angesagtes Farb- oder Grandspiel für sich zu entscheiden. Der Alleinspieler darf keinen einzigen Stich an seine Gegner abgeben. Es gelten folgende Grundwerte:
| Karo | 9 |
| Herz | 10 |
| Pik | 11 |
| Kreuz | 12 |
| Grand bzw. Grand ouvert | 24 |
Gewinnstufen bei Skat- und Handspielen
Bei Skatspielen (Klasse I) gibt es 3 Gewinnstufen, bei Handspielen (Klasse II) 7:
Klasse I:
| Gewinnstufe 1 | Spiel einfach gewonnen (Alleinspieler erreicht zwischen 61 und 89 Augen; die Augen des Skat werden mitgerechnet) |
| Gewinnstufe 2 | Schneider gewonnen (Alleinspieler erreicht 90 bis 120 Augen) |
| Gewinnstufe 3 | Schwarz gewonnen (Gegenspieler erzielen keinen Stich) |
Klasse II:
| Gewinnstufe 2 | Spiel einfach gewonnen |
| Gewinnstufe 3 | Schneider gewonnen |
| Gewinnstufe 4 | Schneider angesagt und gewonnen |
| Gewinnstufe 5 | Schwarz gewonnen |
| Gewinnstufe 6 | Schwarz angesagt und gewonnen |
| Gewinnstufe 7 | Offen gespielt |
Anmerkungen zu den Gewinnstufen:
Sagt der Alleinspieler eine Gewinnstufe an, ohne sie zu erreichen, verliert er mindestens in der angesagten Gewinnstufe. Gelingt ihm jedoch ein Gewinn in einer höheren Gewinnstufe, so wird die höhere gewertet. Verliert der Alleinspieler in der angesagten Gewinnstufe, wird der Verlust einfach gewertet.
Die Gewinnstufe 7, Offen, kommt nur bei offenen Farb- oder Grandspielen optional zum Einsatz. Farb- und Grandspiele gelten immer mindestens als Schwarz angesagt (Stufe 6).
Abrechnung der Spielwerte
Die Spielwerte einer Runde werden in Abhängigkeit von folgenden Parametern berechnet:
- Klasse
- Spielform und Grundwert eines Spiels
- Gewinnstufen
- Zahl der vorhandenen bzw. fehlenden Spitzen im Blatt des Alleinspielers
| Grundsätzlich gilt: | Spitzen + Gewinnstufe = Summe der Fälle |
| Für Klasse I heißt das: | (1 bis 11) + (1 bis 3) = (2 bis 14) |
| Für Klasse II: | (1 bis 11) + (2 bis 7) = (3 bis 18) |
Der Spielwert wird mit folgender Formel ermittelt:
Spielwert = Summe der Fälle x Grundwert des angesagten Spiels













